On this blog, I publish short exerpts from the historical sources I work with. For more information about my academic work, please refer to: theojung.blog.

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LVIII

Ja, ja, leeren Magen, kein rechtes Gewand (ich hatte jahrelang einen alten Soldatenrock von meinem ältesten Bruder, in welchem zwei Platz gehabt hätten); in der Schule bekam ich vom Rektor Neumärker fast alle Tage Schläge und wurde als fünftes Rad behandelt. Da muß man Sozialist werden und ich bin es auch geworden und bin es heute noch!

Max Schwabe: Mein Lebenslauf. Erinnerungen, Zürich 1929, 2.

LVII

Wie die Römer die einzige Nation, die ganz Nation war, so ist unser Zeitalter das erste wahre Zeitalter.

Friedrich Schlegel: Ideen, in: Athenäum 3, Nr. 1 (1800), 4-33, 14.

LVI

Jamais nous n’avons été plus libres que sous l’occupation allemande. Nous avions perdu tous nos droits et d’abord celui de parler; on nous insultait en face chaque jour et il fallait nous taire; on nous déportait en masse, comme travailleurs, comme Juifs, comme prisonniers politiques; partout sur les murs, dans les journaux, sur l’écran, nous retrouvions cette immonde et fade visage que nos oppresseurs voulaient nous donner de nous-mêmes: à cause de tout cela nous étions libres. Puisque le venin nazi se glissait jusque dans notre pensée, chaque pensée juste était une conquête; puisqu’une police toute-puissante cherchait à nous contraindre au silence, chaque parole devenait précieuse comme une déclaration de principe; puisque nous étions traqués, chacun de nos gestes avait le poinds d’un engagement.

Jean-Paul Sartre: La République du silence [1944], in: Situations III: Lendemains de guerre, Paris 1976, 11-14, 11.

LIV

My essay, Votes for Women  which is a 6d. pamphlet of the League [i.e. the Women’s National Anti-Suffrage League]  states the truth  that the bar to political rights for women rests in the noble, emotional, and personal way in which average women decide difficult problems of State without sufficient balance of judgment. I trust I may not live to see it  but one day women will ruin the Empire.

Frederic Harrison to Lady Dorothy Nevill, letter of April 7, 1912, quoted in: The Life and Letters of Lady Dorothy Nevill, ed. Ralph Nevill, London 1909, p. 247-249.

(The essay referred to may be read here).

LIII

Worte

Durch Worte läßt man sich leiten, oft begeistern, manche Worte sind verboten, verhaßt, geächtet, andre allbeliebt, oft mächtig wirkend wie elektrisches Feuer, ja viele Worte nahmen sogar im Munde der Parteien eine ganz andre Bedeutung als früher an, sie changiren so zu sagen, wie bei Gauklern die Gegenstände in der Luft. Vor 60 Jahren z. B. war das Wort: Monsieur in Frankreich verpönt, man sprach sich bei Todesstrafe nur mit “Citoyen” an. Ein schüchterner Versuch in neuerer Zeit mißlang; man fand diesen Zwang mit Recht kindisch. Auch die Deutschen wollten trotz Geschichte, herkömmlicher Förmlichkeit, angeborner Titelsucht und Titelwesen diese Ungebundenheit nachahmen; der Bürger sollte den Herrn ersetzen, Niemand mehr: Hochgeboren, hochwohlgeboren, edel- oder wohlgeboren sein; man kam auch davon zurück; denn wahrlich, es ist so gleichgültig, sich Herr oder Bürger anzureden, als ob man eine Cigarre oder eine Pfeife raucht. Aber welcher Mißbrauch erst mit Worten, wie Grundrechte, Reaction, Fortschritt, Emancipation und vielen andern albernen Stichworten getrieben worden?

Josef S. Ebersberg: Einundfünfzig Zeichen der Zeit, Vienna 1851, p. 32.

LII

Anonym - Rebus - Le Charivari 14.3.1847

Le silence des peuples est la leçon des rois.

Le si lance dés, peuple, E, LA, LE sont des rois.

Anon.: Rébus, in: Le Charivari (March 14, 1847); Anon: Explication du dernier rébus illustré: in: Le Charivari (March 18, 1847).